Burnout/Depressionen 2017-09-29T09:10:22+00:00

Burnout und Depressionen

Ein grauer Kunstoffvogel an einer Klammer, die an einem Ast befestigt ist. Das Bild wird auf der Seite über Burnout verwendet.

Burnout – Ursachen und Symptome

Burnout oder ausgebrannt sein, geht meist mit einer starken geistigen, körperlichen und seelischen Erschöpfung einher, die von den Betroffenen meist nur mühevoll oder gar nicht mehr kompensiert werden kann. Besonders vom Burnout bedroht sind Vertreter der helfenden Berufe wie Krankenschwestern, Altenpfleger, Lehrer, Ärzte, Therapeuten, pflegende Angehörige, aber auch Leistungssportler, Manager, Selbständige und Menschen mit Tätigkeiten, die sie nicht erfüllen oder überfordern.

Häufig führt auch der mangelnde Ausgleich zur stressbelasteten beruflichen Situation oder fehlende Anerkennung, Lob oder Bestätigung zum kompletten Zusammenbruch. Die Erkrankung entwickelt sich schleichend und in mehreren Phasen und am Ende steht nicht selten der komplette Zusammenbruch.

Auswirkungen auf das Hormonsystem und den Cortisolspiegel

In der Nebenniere wird bei Langzeitstress das Hormon Cortisol ausgeschüttet. Dieses Hormon soll die Stressresistenz erhöhen und den Organismus an langanhaltende Belastungen adaptieren. Cortisol bewirkt die Ausschüttung weiterer Stressregulatoren. In einer zweiten Reaktionskette wird über das vegetative Nervensystem der Sympathikus aktiviert und bei akuten Stresssituationen die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin veranlasst. Diese Kaskade bewirkt, dass kurzfristig durch die Wirkung der Neurotransmitter Adrenalin und Noradrenalin alle Organfunktionen, die bei Gefahr für ein Überleben notwendig sind, mobilisiert werden. So erhöht sich die Herzfrequenz und das Herz pumpt mehr Blut in Lunge und Muskeln. Die Bronchien weiten sich und Verdauungsfunktionen werden eingestellt. Alle Systeme sind jetzt auf Kampf und Flucht programmiert und die Denkvorgänge werden zugunsten des programmierten Reflexsystems nachgeordnet. Ein Grund auch warum in Prüfungssituation das Erlernte oft wie „weggefegt“ ist. Jetzt geht es nur noch darum die Gefahr zu überstehen.

Hält der Stress aber tage-oder monatelang an ist eine Regeneration nicht mehr möglich; so bewirkt bei dauerhaftem Stress das anfänglich stark ansteigende Hormon Cortisol eine Störung der Schlafmodalitäten, eine Unterdrückung des Immunsystems und zunehmende Infektanfälligkeit, eine Gewichtszunahme sowie Lern-und Konzentrationsstörungen. Stress führt zu Vergesslichkeit und langfristig zur völligen Erschöpfung. Das anfänglich zur Kompensation vermehrt ausgeschüttete Cortisol nimmt langfristig immer mehr ab. Dies führt schließlich zu einer Nebennierenschwäche, die im Burnout mit all seinen bekannten Symptomen endet. Eine andere Bezeichnung ist das Adrenal-Fatique-oder chronische Müdigkeitssyndrom CFS.

Das ist soweit alles im Einklang mit der evidenzbasierten Medizin.

Messung des Hormons Cortisol durch den Hormonspeicheltest

Anhaltende Stresssituationen manifestieren sich auch in den Ergebnissen eines Hormonspeicheltest. So zeigen sich bei Patienten mit hohem Stresslevel häufig deutlich erhöhte Cortisolspiegel im Tagesprofil, die auch gegen Ende der 2. Tageshälfte nicht abnehmen und den Schlaf-Wach-Rhythmus erheblich stören können.

Hohe Cortisolspiegel lassen den Blutzucker ansteigen und sorgen für die Einlagerung von Fetten im abdominalen Bereich, also für den Zuwachs des gefürchteten viszeralen Bauchfetts, das ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt. Physiologisch adäquate Cortisolwerte zeigen kurz nach dem Aufwachen eine Erhöhung der Werte, den sogenannten Morgen Peak, der uns in den Tag kommen lässt. Nach Erreichen dieser Spitze nehmen die Konzentrationen gegen Abend kontinuierlich wieder ab und erreichen so ihren niedrigsten Wert. Ist nach dauerhaften Stresssituationen die Produktion des Cortisols in der Nebenniere erschöpft, sinkt die Konzentration unter die notwendigen Normalwerte und wir sprechen dann vom Nebennierenerschöpfungs-oder Adrenal Fatique-Syndrom.

Zur Analyse der Hormonkonzentrationen des Cortisols im Organismus kann ein Hormonspeicheltest herangezogen werden. Das Hormon Cortisol und das schlafinduzierende Hormon Melatonin müssen  im richtigen Verhältnis vorkommen und sind so die Voraussetzungen für einen gesundheitsförderlichen Schlaf-Wach-Rhythmus. Sind die Cortisol Werte langfristig erhöht besteht die Gefahr einer Dekompensation der Aktivität der Nebennierenrinde und die Entstehung des gefürchteten Burnouts.

Welche guten therapeutischen Möglichkeiten wir haben, dieses Krankheitsbild zu behandeln, möchte ich Ihnen gerne in einem ausführlichen Gespräch erläutern. Es gibt keine Standardrezepte, aber wirksame Methoden, die je nach Befund eingesetzt werden können. Der Speicheltest zur Cortisol Bestimmung wird übrigens auch von der evidenzbasierten Medizin anerkannt, weil hier ausreichende wissenschaftliche Studien zur Validität des Verfahrens vorliegen Dies gilt längst noch nicht für andere Hormonspeicheltests.

Kostenerstattung

Bei Privatpatienten oder bei Patienten mit einer Heilpraktiker Zusatzversicherung werden nach unserer Erfahrung in der Praxis die Laborkosten für die Hormonspeicheltest in den meisten Fällen ganz oder teilweise erstattet. Für Selbstzahler betragen die Laborkosten für die Bestimmung  pro Einzelhormon wie Estradiol, Progesteron, DHEA, Testosteron und Cortisol  zwischen € 16,50 und € 24,00.

Kooperationen

Wir arbeiten in der Praxis seit vielen Jahren mit ausgesuchten Laboren und Apotheken zusammen, die sich insbesondere der ganzheitlichen systemischen bioidentischen Hormontherapie verschrieben haben und ihren Schwerpunkt in diese Diagnose-und Therapieoptionen setzen und Qualifizierungen für Ärzte und Heilpraktiker zur nichtinvasiven Hormondiagnostik und zur Behandlung mit bioidentischen Hormonen anbieten, die regelmäßig von mir zur weiteren Qualifizierung besucht werden.

Häufigste Anzeichen für einen Burnout

  • Lustlosigkeit, Übellaunigkeit, Gereiztheit
  • Versagensängste und das Gefühl den Herausforderungen nicht mehr gewachsen zu sein
  • Permanente Erschöpfung, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und fehlende Kraft
  • Schlafstörungen wie Ein-Durch-und Ausschlafstörungen
  • Depressionen
  • Gedächtnis-und Konzentrationsstörungen
  • Desinteresse am Alltag, Beruf, Familie, Freunden, chronische Motivationslosigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • Verzweiflung/Hoffnungslosigkeit und Suizidphantasien
  • Somatisierungsstörungen und psychosomatische Erkrankungen
  • Magen-Darm-beschwerden, Herz-Kreislaufprobleme, Koordinationsstörungen
  • Hörsturz/ Hörstörungen wie Tinnitus
  • Kopfschmerzen, Migräne, Fibromyalgie /Muskelansatzschmerzen u.v.m.
  • Sinnlosigkeit und totaler Rückzug
  • Panikattacken, Angststörungen
Ein magentafarbener Hase sitzt vor weißen Apothekergefäßen aus Keramik mit der Aufschrift Schlehenblüten, Arnikablüten und Alkohol. das Bild wird auf der Seite über Burnout verwendet.

Die 5 häufigsten Persönlichkeitsmerkmale, die ein Burnout begünstigen

Vor allem Menschen mit sehr großem Ehrgeiz, der aus dem Gefühl nicht gut genug zu sein und der damit einhergehenden Selbstwertproblematik sind besonders gefährdet einen Burnout zu erleiden.

Leistungen dienen dann der Beweisführung gut genug zu sein und mit maximaler Anstrengung und höchster Selbstausbeutung dieses Ziel zu erreichen.

Ständig für andere da sein, ein Maximum an Aufgaben und Verantwortlichkeiten übernehmen und stets bis an die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit zu operieren, sind wesentliche Faktoren die eine chronischen und langanhaltenden Erschöpfungszustand fördern.
Das bis zur Sucht gesteigerte Verlangen alles perfekt gestalten zu wollen, keine Fehler zu akzeptieren und niemals mit den eigenen oder den Leistungen der Anderen zufrieden zu sein, ist für den Organismus sowohl auf physischer als auch auf psychischer Ebene eine unlösbare Aufgabe, deren Scheitern immanent ist.
Permanente Konfliktvermeidungsstrategien zur Aufrechterhaltung einer Pseudoharmonie, deren Zerbrechlichkeit nur durch unermüdlichen Einsatz kompensiert werden kann und die bis zur Selbstaufgabe führt, ist ein untrügliches Zeichen für die kommende Katastrophe.

Die Selbstausbeutung kann oft jahrelang betrieben werden, bis der Körper schließlich nur noch die essentiellen Funktionenn aufrecht erhalten kann und sich längst jenseits eines lebensfreundlichen Aktivitätsniveaus befindet.

Fehlt der Ausgleich in stressbelasteten Situationen durch Sport, gesunde Ernährung, adäquate Freizeitbeschäftigungen, Mikronährstoffsubstitution, Entspannungstechniken oder positive Erlebnisse so wird das vegetative Nervensystem permanent überfordert. Wenn Körper und Geist nicht mehr abschalten können und die hormonelle Kontrolle hauptsächlich über die Neurotransmitter Adrenalin und das Hormon Cortisol aufrechterhalten werden, so läuft der Organismus Gefahr völlig zu dekompensieren.

Sowohl Adrenalin, das in gerade in Gefahren-und Stresssituationen für Kampf, Flucht und körperliche und mentale Höchstleistungen zur Verfügung gestellt wird als auch Cortisol das Langzeitstresshormon werden in der Nebenniere produziert bzw. gespeichert. Ist diese Hormondrüse durch permanente Belastung ständig am Limit, so kommt es im Anschluss häufig zur gefürchteten Nebenniereninsuffizienz oder dem Burnout. Die Nebenniere ist in ihrer Funktion „ausgebrannt“ und kann das für das Stressmanagement so wichtige Hormon nicht mehr oder nur noch mangelhaft produzieren. Der Patient befindet sich in einem adrenalen Tief und in kann häufig selbst die elementaren Leistungen nicht mehr erbringen, da Müdigkeit und  Erschöpfung nichts mehr gelingen lassen.

Behandlungsmethoden

Damit Erschöpfungssituationen mit all ihren Konsequenzen nicht chronisch werden sollten frühzeitig die Ursachen abgeklärt und entsprechende Therapien durchgeführt werden. So steht dem erfahrenen Therapeutenaus ganzheitlich naturheilkundlicher Sicht auch hier die Verordnung zur Gabe bioidentischer transdermaler Hormone, Phytotherapeutika oder Komplexhomöopathika zur Verfügung, die das Stressmangement positiv beeinflussen können und bei korrekter Verordnung/Anwendung nahezu nebenwirkungsfrei sind. Auch bioidentische Cortiosol haltige Medikationen können zum Einsatz kommen, die gezielt chronobiologisch also im eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus eingesetzt werden.

Die gezielte Behandlung der Nebennieren und die hormoneller Dysbalancen des Hormons Cortisol stehen im Fokus therapeutischer Inventionen, da die Interaktionen von zu hohen bzw. erniedrigten Cortisol-Spiegeln und einem Adrenal-Fatique also einer Erschöpfung der Nebenniere und der von ihr produzierten Stresshormone eine essentielle Einflussgröße sind. Neben medikamentösen Interventionen spielt auch die Balance des  Stressmanagements durch Sport, Meditation, Yoga, Ernährung und Förderung von Entspannung eine herausragende Rolle. Wir unterstützen Sie bei der Behandlung Ihrer Schlafstörung zur Prävention weiterer gesundheitlicher Risiken.

Das sind einerseits Erkenntnisse der evidenzbasierten Medizin, aber wie zum Beispiel die Gabe von Komplexhomöopathika oder Yoga naturheilkundliche Methoden, die nicht durch valide wissenschaftliche Studien in Wirkung und Wirksamkeit bewiesen sind. Fragen Sie mich gerne.