Einfluss der Hormone auf das Gewicht2017-07-25T13:53:10+00:00

Einfluss der hormonellen Steuerung auf das Gewicht

Ist der Stoffwechsel durch fehlgesteuerte Hormone entgleist, wird oftmals unablässig immer mehr Fett gespeichert, wenn nicht andere Stellglieder eingreifen, was oft nicht der Fall ist. Das ist jetzt nicht etwa Naturheilkunde, sondern wissenschaftliche Endokrinologie. Vor allem das viszerale Bauchfett, das unsichtbar die inneren Organe wie Leber, Niere, Darm umgibt, führt zu fortwährenden Entzündungen, der sogenannten Proinflammation mit all den daraus resultierenden medizinischen Konsequenzen.

Deshalb müssen wir an diesen Stellgliedern arbeiten, um über die behutsame Umstellung der Stellglieder, das ist ja oft eine Umstellung zum Negativen, die sich über viele Jahre vollzogen hat, wieder zu einer Normalisierung und damit auch Gewichtsabnahme zu kommen. Dafür haben wir eine Reihe von Maßnahmen, auch Arzneimittel, die das unterstützen. Nochmals an dieser Stelle, das geht nicht ohne Kalorienreduktion, aber, auch das ist möglich, mit unserer Hilfe fällt Ihnen das viel leichter, weil wir die vermeintlichen „Bedürfnisse“ Ihres Körpers mitgestalten können. Nehmen Sie das als Parabel, durch Drehen an den Stellgliedern.

Im Wesentlichen sind 7 Hormone für eine optimale Energiebilanz zuständig:

  •  das Geschlechtshormon Östradiol aus den Eierstöcken und Nebennieren
  •  das Hormon Insulin der Bauchspeicheldrüse zur Regulation des Blutzuckerspiegels
  •  das Hormon Leptin des Fettgewebes, das dem Körper Sättigungssignale sendet
  •  das Hormon Cortisol zur Stressregulation
  •  das anabole oder fettabbauende Geschlechtshormon Testosteron
  •  die Schilddrüsenhormone
  •  das Wachstumshormon Somatotropin

Hormonelle Dysbalancen

Da auch Hormone wie das Stresshormon Cortisol, die Schilddrüsenhormone oder die Zunahme des Geschlechtshormon Östradiol bei Pilleneinnahme, Wechseljahren oder Hormonersatztherapie einen entscheidenden Einfluss auf das Gewicht haben können , liegt einer unserer Schwerpunkte spezifisch in der Eliminierung von Nahrungsmitteln, die eine entscheidende Rolle in diesem feinen Netzwerk der Stellglieder spielen. Liegt eine hormonelle Dysbalance vor, lässt diese viele Diäten häufig scheitern, da die Zusammenhänge zwischen Hormonen und Gewicht oft nicht berücksichtigt werden. Auch das können spezialisierte Labore, mit denen wir zusammenarbeiten, aus Proben, die eingesant werden, ermitteln.

Auslöser von Gewichtszunahme

Die zahlreichen hormonellen Veränderungen, die Auslöser von Gewichtszunahme und Stagnation vor während und nach einer Reduktionsphase sein können, sollten therapeutisch immer berücksichtig werden, um den Erfolg zu sichern. So sind unerkannte Schilddrüsenerkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder autoimmune Prozesse, die die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen wie M. Hashimoto oder Schilddrüsenentzündungen oft dafür verantwortlich, dass das Gewicht außer Kontrolle gerät und keine Gewichtsreduktion möglich ist, bevor diese korrekt reguliert werden.

Denn gerade die Schilddrüse als das Stoffwechselorgan schlechthin sollte möglichst im Normbereich sein, damit eine Unterfunktion ausgeschlossen werden kann. Nur eine intakte Schilddrüsenleistung kann auch aus Sicht der evidenzbasierten Medizin bei gewichtsreduzierenden Maßnahmen zum Erfolg führen. Kann die Schilddrüse nicht ausreichend Schilddrüsenhormone produzieren oder liegt gar eine Konversionstörung vor, die das inaktive T4 oder Thyroxin in seine biologisch aktive Form das T3 oder Trijodthyronin überführt, können an den Zielzellen nicht die entsprechenden Stoffwechselaktivitäten ausgelöst werden.

Schilddrüsenunterfunktion oder Hypothyreose und TSH > 3 m U /l

Bei der Schilddrüsenunterfunktion kommt es zu einer verminderten Ausschüttung der Schilddrüsenhormone T3 und T4, wodurch die Energiebilanz des gesamten Stoffwechsels verlangsamt wird. Der TSH Wert als entscheidender Laborwert ist dabei erhöht. Häufig liegt dieser Erkrankung auch ein autoimmunes Geschehen an der Schilddrüse zu Grunde, der sogenannte Morbus Hashimoto, wodurch die körpereigenen Schilddrüsenzellen zerstört werden.
Manchmal ist aber auch die oben beschriebene Konversionsstörung also die fehlende Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 in das biologisch aktive Schilddrüsenhormon T3 dafür verantwortlich.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

  • Depressionen
  • Gewichtszunahme
  • Gedächtnisstörungen
  • Heiserkeit
  • Kälteintoleranz
  • Müdigkeit
  • Muskelkrämpfe
  • Muskuläre Schwäche
  • Obstipation (Verstopfung)
  • Schwellungen der Augen
  • Trockene Haut

Schilddrüsenüberfunktion oder Hyperthyreose und TSH > 0,4 m U/l

Bei der Schilddrüsenüberfunktion kommt es zur erhöhten Ausschüttung der Schilddrüsenhormone T3 und T4, wodurch die Energiebilanz des gesamten Stoffwechsels gesteigert wird und der Grundumsatz erhöht. In 60-80% der Fälle ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, Morbus Basedow, für die Überfunktion verantwortlich.

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion

  • Bluthochdruck, beengendes Gefühl in der Herzgegend
  • erhöhte Körpertemperatur, Überempfindlichkeit gegen Wärme, Schwitzen
  • Gewichtsverlust trotz starken Hungergefühls
  • Muskelkrämpfe und Zittern
  • Durchfall
  • Feuchtwarme, samtartige Haut
  • Psychische Anzeichen: Nervosität, Aggressivität, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen
  • Herz-Kreislauf-Störungen: vorübergehend oder ständig erhöhter Puls, Herzrhythmusstörungen, brüchige Fingernägel und Haare, Haarausfall
  • Knochenveränderungen im Sinne einer Osteoporose, allerdings nur bei lang bestehender, unbehandelter Schilddrüsenüberfunktion
  • Zyklusstörungen
  • Funktionsstörungen anderer Drüsen, im Sinne weiterer Autoimmunerkrankungen
  • Bei vorliegender Zuckerkrankheit erhöhter Insulinbedarf

Menopause, Andropause, Schwangerschaft und Gewicht

Auch Schwangerschaft, die weibliche Menopause mit ihren hormonellen Veränderungen oder die männliche Andropause sowie hormonabhängige Verhütungsmethoden sind nicht gerade selten mit Gewichtszunahme assoziiert. Gerade die An- oder Abwesenheit bestimmter Geschlechtshormone wie Progesteron, Östradiol oder Testosteron haben erheblichen Einfluss auf das Gewicht und können eine Gewichtsreduktion erschweren. Zudem ist das Fettgewebe nach heutigen endokrinologischen Erkenntnissen selbst eine hormonaktive Substanz und produziert zusätzlich Östrogene, die dann den Kreislauf der Gewichtserhöhung weiter nach oben regulieren.

Stressfaktoren und Gewicht

Zunehmend werden auch erhöhte Cortisol Spiegel, die durch die permanente Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, gerade in Phasen hoher Belastung und anschließendem Burnout für eine Entgleisung des Stoffwechsels mit der gefürchteten Zunahme des Bauchfetts korreliert. Oft ist es dann, trotz  reduzierter Nahrungszufuhr nicht mehr möglich, eine Gewichtszunahme zu verhindern. Gerade dieses Bauchfett, auch viszerales Fett genannt, wird medizinisch als problematisch angesehen, da es häufig auch an den inneren Organen des Bauchraums zu finden ist. Bei Frauen besteht ab einem Bauchumfang von 80 cm, bei Männern von 94 cm ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall sowie für Diabetes mellitus Typ II.

Hormongleichgewicht

Unser Bestreben muss es also sein, so weit wie möglich die Stellglieder für ein harmonisches Zusammenwirken der Stoffwechselparameter wieder herzustellen, mit besonderer Gewichtung der hormonellen Steuerung.

Dies klingt kompliziert, ist aber in der Durchführung für Sie einfach:

Alle Nahrungsmittel beeinflussen die Produktion der 7 unten aufgeführten Hormone, die essentiell die Gewichtsregulation bestimmen:

  • das weibliche Geschlechtshormon Östradiol
  • das männliche Geschlechtshormon Testosteron
  • das Blutzucker regulierende Bauchspeicheldrüsenhormon Insulin
  • das Sättigungshormon Leptin
  • das Stresshormon aus den Nebennieren Cortisol
  • das Schilddrüsenhormon
  • das Wachstumshormon Somatotropin

Das berücksichtigen wir in der Behandlung und in den Ernährungsplänen.

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